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Station 4
Ulrichsberg

ulrichsberg Jedes Jahr im September treffen sich bei der 1958 errichteten Gedenkstätte am Ulrichsberg, nur wenige Kilometer nördlich von Klagenfurt, ehemalige Wehrmachts- und SS-Soldaten, Kriegsverbrecher, Neonazis, junge und alte Rechte mit ihren Familien, ganz "normale" KärntnerInnen sowie jede Menge Politprominenz. In der Ruine einer alten gotischen Kirchen finden sich Ehrentafeln für verschiedenste nationalsozialistische Organisationen sowie die Kärntner Opfer der beiden Weltkriege und des, "Kärntner Abwehrkampfes", wobei mit Opfern "heimattreue", stramme, deutsche Soldaten und "Trümmerfrauen" gemeint sind und nicht Tausende von deportierten und ermordeten Kärntner SlowenInnen, JüdInnen, KommunistInnen, Euthanasieopfern, Homosexuellen...

Neben Ehrentafeln für Rotes Kreuz und österreichisches Bundesheer die nach wie vor die Feiern unterstützen findet sich beispielsweise eine Tafel der "Kameradschaft IV", der Kameradschaft der SS-Soldaten, die sich durch den Zusatz "IV" als vierter Teil der Wehrmacht zu etablieren versucht und sich so als "Soldaten wie alle anderen auch" präsentiert. Eine andere Tafel ehrt die "Norwegischen Freiwilligen", die sich während des Zweiten Weltkriegs als Freiwilligendivision der SS angeschlossen hat. Weitere Tafeln beziehen sich auf spanische, belgische, niederländische, und lettische Freiwillige, die an zahlreichen Kriegsverbrechen und an der Ermordung von Tausenden Jüdinnen und Juden beteiligt waren. Ebenfalls auf mehreren Tafeln werden die Gebirgsjäger verehrt. Diese waren zum Beispiel in Griechenland im Einsatz, wo sie zahlreiche Massaker verübten, bei denen ganze Dörfer verwüstet und deren BewohnerInnen unter dem Deckmantel der PartisanInnenbekämpfung ermordet wurden. Die Feiern und Tafeln schrammen immer wieder knapp am NS-Verbotsgesetz. So gibt es NS-Symbole, bei denen lediglich das Hakenkreuz entfernt wurde, und NS-verharmlosende Reden wie 2005, als der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft, Rudolf Gallob, erklärte, die Mitglieder der Waffen SS seien "am Ulrichsberg willkommen". Auch gesuchte Kriegsverbrecher wie Sören Kam wurden bereits bei der Feier am Ulrichsberg neben Verteidigungsministern und Landeshauptmännern gesichtet. Seit 2005 mobilisiert der AK gegen den Kärntner Konsens zu Protestaktionen gegen das Ulrichsbergtreffen. gedenktafel der ss


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